Brief an meine Schwester
Ich wollte dir schreiben, Schwester mein,
von Träumen, die unerfüllt blieben,
von Kindertagen, licht und klein,
von Herzensbildern unsrer Lieben.
Ich wollte dir schreiben, Schwester mein,
von unsrer Jugend – schwer und schön,
von unsern „Tänzen“ im Kerzenschein,
von Schwesterntagen, die nie vergehn.
Wir sind auf doppelte Weise Schwestern,
im Leben und im gleichen Beruf.
Was heute fern ist, war nah noch gestern –
und bleibt in uns wie ein leiser Ruf.
Du hast Mokka und deinen Matze bei dir,
auch ich trag Schwächen tief in mir.
Ich wollte dir schreiben, Schwester, wie sehr
ich deine vertraute Nähe entbehr.
Mein Denken zieht zu dir in die Ferne hinaus
und findet bei dir sein vertrautes Zuhaus.
Ich wollte dir schreiben: Tina, ich weiß,
wir werden uns ganz sicher wiedersehn.
Ich liebe dich, Schwester, innig und leis –
wir werden bald wieder zum Tanzen gehn.
Wir sind auf doppelte Weise Schwestern,
im Leben und im gleichen Beruf.
Was heute fern ist, war nah noch gestern –
und bleibt in uns wie ein leiser Ruf.
Du hast Matze und deinen Mokka bei dir –
und Schwester, du fehlst mir, du fehlst mir hier.